Weitwinkel von Nikon an Fremdsystemen
Nikkor 18mm f/3.5
Das Objektiv wurde von 1981 bis 2005 gebaut. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1982, eine Naheinstellgrenze von 25cm, Bildwinkel von 100° an Vollformat (77° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 72mm, Länge von knapp 63mm und ein Gewicht von rund 350 Gramm.
Mein Exemplar könnte ohne Probleme via Adapter an die EOS 5D Mark 2 angesetzt werden.
Das 18mm gilt an einer Vollformatkamera als Superweitwinkel, an einer Nex hat es noch ein 28mm. Es verzeichnet als solches extrem wenig und kann auch für Architekturaufnahmen verwendet werden.
Die Faszination am Superweitwinkel kommt von der für den Betrachter ungewöhnlichen Bildwinkel. Sind wir es gewohnt, dass unser Blick etwa 45° aufnimmt, so sehen wir auf einem Bild mit dem 18mm nun mehr wie das Doppelte. Auch ist es ideal, um etwas in Kontext mit dem Umfeld zu stellen. Leider sind auch gebrauchte 30-jährige Weitwinkel noch sehr gesucht und der Gebrauchtpreis extrem hoch.
Canon EOS 5D Mark II, Nikkor 18mm 3.5: 1/20s, f/5.6, iso2500
Das Bokeh des 18mm gefällt mir besser wie die des nachfolgenden 20mm, welches auf Schärfe getrimmt zu sein scheint (Beispiel Blendenfleck am Rand heller wie im Zentrum). Erstaunlich ist, welche Auflösung die Optik bringt. Auf dem nachfolgenden Bild sind alle Nägel in 1:1-Ansicht auf dem Bildschirm zu erkennen, obwohl die Sonne voll in die Optik scheint.
Sony Nex 5n, Nikkor 18mm 3.5: 1/200s, f/11, iso400
Nikkor 20mm f/2.8
Das Objektiv wurde von 1984 bis heute gebaut. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1991, eine Naheinstellgrenze von 25cm, Bildwinkel von 92° an Vollformat (72° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 62mm, Länge von knapp 43mm und ein Gewicht von rund 240 Gramm.
Mein Exemplar könnte ohne Probleme via Adapter an die EOS 5D Mark 2 angesetzt werden. Die Indexierung für die Blendenöffnung ragt zwar über den Adapter hinaus, liegt aber an einer nicht exponierten Stelle im Spiegelkasten.
Auch das 20mm gilt noch als Superweitwinkel. Auch hier sind stürzende Linien vorprogrammiert, wenn das Objektiv (oder besser die Bildebene) nicht parallel zu den Häusern oder sonstigen parallelen Linien verläuft. Diesen Effekt der sich verjüngenden Linien kann man auch kreativ einsetzen.
Sony Nex 5n, Nikkor 20mm 2.8: 1/50s, f/2.8, iso200
Nikkor NC 24mm f/2.8 “Berg und Tal”
Das Objektiv wurde von 1967 bis 1975 gebaut. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1974, eine Naheinstellgrenze von 30cm, Bildwinkel von 84° an Vollformat (62° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 52mm, Länge von knapp 60mm und ein Gewicht von rund 290 Gramm.
Das N von NC zeigt, dass das Objektiv in neun Linsen (Novem) aufgebaut ist. Das C zeigt an, dass es sich bereits um ein Objektiv mit Mehrfachvergütung handelt.
Der Blendenring der non-AI-Objektive ragt etwas weiter über das Bajonett hinaus wie bei den Neueren. Der verwendete EOS-Adapter konnte deshalb nicht angesetzt werden.
Olympus E-P3, Nikkor NC 24mm f/2.8: 1/30s, f/5.6, iso1250
Olympus E-P3, Nikkor NC 24mm f/2.8: 1/100s, f/8.0, iso1000
Nikkor 28mm f/2.0
Das Objektiv wurde von 1971 bis 2005 (davor 28/3.5) gebaut. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1980, eine Naheinstellgrenze von 25cm, Bildwinkel von 74° an Vollformat (55° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 52mm, Länge von knapp 69mm und ein Gewicht von rund 360 Gramm.
Bis 1970 waren die Linsen unvergütet und anfällig auf Flares, Kontrastverlust, Ghosting und Farbverschiebungen. Das 28mm war eines der ersten Objektive, welche die NIC (Nikon Integrated Coating) erhielten und dieses Objektiv zum optischen Juwel machten. Während andere Hersteller alle Objektive mit derselben Beschichtung vergüteten, machte dies Nikon bei jedem Objektiv individuell.
Sony Nex 5n, Nikkor 28mm 2.0: 1/50s, f/2.8, iso6400
Am Vollformat zählt das 28mm zu den gemässigten Weitwinkeln, an der Nex zählt es zu den “Normalobjektiven” mit den umgerechneten 42mm am Crop.
Das Objektiv müsste für die Verwendung an einer Canon Vollformatkamera modifiziert werden. Der Index für die maximale Blendenöffnung steht zu weit hervor.
Nikkor 35mm f/2.0 Ai
Das Objektiv in verschiedenen Versionen von 1962 bis 2005 gebaut, die Ai-Versionen von 1977-1981. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1980, eine Naheinstellgrenze von 30cm, Bildwinkel von 62° an Vollformat (45° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 52mm, Länge von knapp 63mm und ein Gewicht von rund 290 Gramm.
Speziell bei Aufnahmen mit Pflanzen ist die CRC (Close Range Correction) vorteilhaft. Sie verbessert die Performanz bei nahen Distanzen. Dies wird durch ein Element erreicht, welches sich im innern des Objektives gegenüber den anderen Linsen bewegt. Diese Funktion geht nicht aus dem Namen, sondern nur aus der Spezifikation des Objektives hervor.
Mein Exemplar könnte ohne Probleme via Adapter an die EOS 5D Mark 2 angesetzt werden. Die hinterste Linse und die Indexierung für die Blende ragen leicht über den Adapter hinaus.
Sony Nex 5n, Nikkor 35mm 2.0: 1/1250s, f/4.0, iso100, Vivid
Sony Nex 5n, Nikkor 35mm: 1/2500s, f/4.0, iso100, Vivid
Nikkor 35 f/2.0 O.C. Auto “Berg und Tal”
Nikon brachte 1959 bei der Einführung des F-Systems ein 3.5cm f/2.8 auf den Markt. Dieses Objektiv ist sehr nahe am Standardobjektiv und somit an unserem eigenen Bildwinkel, erlaubt aber noch etwas “mehr” zu sehen. So war dieses Objektiv vor den Zoom-Objektiven der Standard bei den Reportern, Photojournalisten und Amateuren. 1962 kam dann das schnellste Weitwinkel von Nikon, das 3.5cm f/2 auf den Markt und blieb es bis 1971, als das 35mm f/1.4 heraus kam. Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1973, eine Naheinstellgrenze von 30cm, Bildwinkel von 62° an Vollformat (45° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 52mm, 7 Blendenlamellen, eine Länge von knapp 63mm und ein Gewicht von rund 290 Gramm.
In der Unendlichstellung und Offenblende neigt das Objektiv am Tage zu “Blooming”, ein überstrahlen an hellen Kanten und somit zu Kontrastverlust. Ab Blende 2.8 verschwindet der Effekt. Auch CA (Chromatische Aberration) ist bei Offenblende deutlich sichtbar, verschwindet aber beim Abblenden.
Olympus E-P3, Nikkor 35mm f/2.0 O.C. Auto
Mein Exemplar könnte ohne Probleme via Adapter an die EOS 5D Mark 2 angesetzt werden.
Nikkor N Auto 35 f/1.4 “Berg und Tal”
Das Nikkor 35 1.4 kam 1970 auf den Markt und gilt als Klassiker. Es war das erste Objektive, bei welchem Nikon alle Linsenoberflächen vergütete (NIC=Nikon Integrated Coating). Auch wenn den ersten Objektiven das “C” im Namen fehlt, waren sie “multicoated”. Bis 1973 hatten sie auch 9 Blendenlamellen, danach sieben. Es war nach dem 24/2.8 das zweite Objektiv mit CRC (Nahbereichs-Korrektur).
Meins hat gemäss der Serienummer das Baujahr 1971, eine Naheinstellgrenze von 30cm, Bildwinkel von 62° an Vollformat (45° an 1.5-Crop), ein Filterdurchmesser von 52mm, Länge von knapp 75mm und ein Gewicht von rund 415 Gramm.
Auch dieses Objektiv hat wie das 35mm 2.0 O.C. in der Unendlichstellung und Offenblende “Blooming”, also ein überstrahlen an hellen Kanten und somit Kontrastverlust. Allerdings verschwindet der Effekt bereits ab Blende 2. Auch CA (Chromatische Aberration) und Coma (Schweif in den Bildecken anstelle Punkt) ist bei Offenblende deutlich sichtbar, verschwindet aber beim Abblenden um eine Stufe.
Sony Nex 5n, Nikkor-N 35mm f/1.4: 1/80s, f/4, iso800, JPG aus der Kamera