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Spiegellos kreativ

Spiegelreflex vs. Spiegellose Systemkamera

Gegenüber den Sucherkameras bieten die Spiegelreflexkameras (im Folgenden DSLR genannt) wie auch die spiegellosen Systemkameras mit Wechselobjektiven (im Folgenden EVIL genannt) den Vorteil, dass der Bildausschnitt genau gewählt werden kann, egal wie nahe das Objekt an der Kamera ist. Durch den Ersatz des Filmes durch den Sensor kann das fertige Bild gleich auf dem Display beurteilt werden. Der Spiegel in einer DSLR bietet ein hochaufgelöstes scharfes und helles Live-Bild, wo hingegen der elektronische Sucher oder das Display eine leichte Zeitverzögerung wie auch eine geringere Auflösung haben. Auch fängt das elektronische Bild bei schlechten Lichtverhältnissen an zu Rauschen oder wird ruckartig wieder gegeben.

Tinos; E-P1, Zuiko 40-150, ISO 200, 1/640s, f/8.0

War in der Vergangenheit der schnelle Autofokus den DSLR vorbehalten, so holen die EVIL-Kameras auf und werden bald die Leistungsfähigkeit der DSLR erreichen (Schnelligkeit) oder gar übertreffen (Genauigkeit). Einzig im Seriebildmodus, speziell bei der Sportfotografie, wird die DSLR (vermutlich) überlegen bleiben. Die Reaktionszeiten (Druck auf Auslöser bis Bild auf Sensor) der neusten EVILs nähern sich auch den DSLRs und können in Zukunft durch den fehlenden Spiegel, welcher weggeklappt werden muss, diese überholen. Sony baut seit 2010 eine Kombination aus beiden Welten. In ihren DSLRs liefert ein teildurchlässiger Spiegel dem Autofokusmodul Informationen in Echtzeit und das Sucherbild wird elektronisch ab dem Sensor erzeugt.

E-P1, Zuiko 40-150, ISO 320, 1/200s, f/4.7

Die EVIL wird sicher in den nächsten Jahren im ambitionierten Bereich die DSLR nicht ersetzen, sondern diese ergänzen, den für viele Einsatzbereiche braucht es keine kiloschweren Ausrüstungen. Sie wird sicherlich viele Hobby-Fotografen bei den Kompakten abholen, welche mit der dort gebotenen Leistung nicht mehr zufrieden sind oder sich kreativer betätigen möchten. Leider setzt auch bei den EVIL die Manie ein, immer mehr Pixel auf die Sensorfläche zu packen (NEX 7 hat 24MP) und so die Bearbeitungszeit im Rechner zu vergrössern und die Speicherkarte und Festplatte zu füllen. Ich empfinde 16MP gerade als Ideal, kann man noch ein Querformat aus einem Hochformat-Foto schneiden und die JPGs sind noch nicht allzu gross, wobei für Ferienfotos 8MP allemal reichen um auch mal ein A3 zu drucken.

Tinos; E-P1, Zuiko 40-150, ISO 100, 1/4000s, f/10.0